FIBOTraining

Die FIBO im Wandel?

Einer der vielen Stände auf der Fibo, die unnötige Supplements verkaufen

Enttäuschende Pilgerreise zum vermeintlichen Mekka der Fitnessindustrie.

Am Anfang des Jahres stellt sich für mich immer die gleiche Frage – FIBO, ja oder nein? 570 km überwinden, um Neuheiten der Fitnessbranche zu sehen und vielleicht Messeschnäppchen abzustauben. Die Erwartungen sind groß. Ebenso die Enttäuschung, wenn sie nicht erfüllt werden.

Die „Fachmesse für Fitness und Bodybuilding“ hat in den letzten Jahren für viele Sportler das Prädikat „Fachmesse“ verloren. Der erste Eindruck vor Ort: das fleischgewordene Instagram. Er bestätigt sich auch nach sechs Stunden Messetour. An Informationen sind die Wenigsten interessiert, es geht ums Sehen und Gesehenwerden.

Besucher drängen sich in vier Hallen

Seine Instagram- und Youtube-Stars zu treffen und zu fotografieren sowie Nahrungsergänzungsmittel zu kaufen ist wichtiger als der Drang nach „Neuem“. Und neu ist sowieso wenig. Die Fachhallen, in denen neue Geräte und Maschinen zu bestaunen seien sollten, glänzen mit für jeden Fitnesssportler Altbekanntem. Die Schwierigkeit, das „Rad neu zu erfinden“, äußert sich darin, dass der Messebesucher mit überzogen lauter Musik in die Hallen gelenkt wird, in denen es um Konsum und Kommerz geht.

 

Sämtliche große Nahrungsergänzungshersteller sind in einer Halle vertreten, um dem Besucher vermeintliche „Messeangebote“ schmackhaft zu machen.

In den Fachhallen hingegen tümmeln sich hauptsächlich chinesische Hersteller, weil die großen Hersteller von Trainingsequipment längst wissen, dass die FIBO nur noch eine Meet-and-Greet-Möglichkeit für die Generation Instagram ist.

Bei genauerem Hinsehen bekommt auch diese Fassade Risse, denn Messeangebote mit einem Discount von 20 Prozent sind auch außerhalb der FIBO zu ergattern.

Stars und Sternchen der Fitnessszene

Den Anreiz, Produkte zu kaufen, sollen Social-Media-Stars generieren, hinter denen wiederum die Unternehmen stehen, die mit der Bekanntheit des Protagonisten Geld verdienen. Meterlange Schlangen ziehen sich durch die Hallen, um ein Foto mit seinem Star zu machen, damit man danach gleich noch ein T-Shirt kaufen kann. Wartezeiten von bis zu einer Stunde – genauso normal wie Hallen, die übersät sind von Kleiderständern und an ein x-beliebiges Kaufhaus erinnern. Proben von Supplements?

Fehlanzeige! Dementsprechend bietet die FIBO 2018 nichts, was ein gut ausgestatteter Online-Store nicht bedienen kann. 

 

Party statt Messe

An den Anblick von „Fitnesssportlern“, die zum Messeeinlass schon ihr zweites Bier öffnen, sollte man sich gewöhnen können, ebenso an die logische Überforderung der wenigen Reinigungskräfte. Die Stadt ist voller Touristen, die eigentlich nur feiern wollen. Darüber hinaus werden Nutzer von Dating-Apps zu dieser Zeit sehr auf ihre Kosten kommen…
Der Alkohol fließt und die Stadt ist überfüllt. Wer also denkt, er könne sich auch während der Messezeit seinem Körperkult hingeben, wird von überfüllten Studios schnell eines Besseren belehrt.

In Zeiten des internationalen Terrors finden wir es unverantwortlich, dass es während der gesamten Messe keine Taschenkontrollen oder – bis auf Ordner am Eingang – sonstige Maßnahmen gab, um den Anschein von Sicherheit zu gewährleisten.

 

Viele Grüße

Euer Muskelzunft-Team

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